Das Praxis-Glossar für Verpackung, Automatisierung & CAPEX
Fachbegriffe präzise erklärt – aus 40 Jahren Projektpraxis in der Industrie. Für Werkleiter, Einkäufer und alle, die Angebote wirklich verstehen wollen.
Arbeitsplatzorganisation in fünf Schritten: Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin. Klingt banal, ist aber die Grundlage jeder Shopfloor-Verbesserung – wo Formatteile gesucht werden, ist jede Rüstzeitoptimierung verschenkt.
A
Abnahmeprotokoll
Projekt & CAPEX
Dokumentiert die förmliche Abnahme mit Datum, Restpunkten und Fristen – der juristische Kipppunkt des Projekts: Gefahrübergang, Beweislastumkehr, Gewährleistungsbeginn, Fälligkeit der Schlussrate. Restpunkte immer mit Frist und Wertansatz protokollieren, nie pauschal.
Aggregat
Verpackungstechnik
Funktionseinheit innerhalb einer Maschine – Dosierer, Siegelstation, Etikettieraggregat. Bei Ausschreibungen relevant: Welche Aggregate sind redundant ausgelegt, welche sind Einzelrisiken (Single Point of Failure)?
AKL
Automatisches KleinteilelagerIntralogistik
Automatisches Lager für Behälter und Kartons mit Regalbediengeräten oder Shuttles. Liefert sequenzgenaue Ware-zur-Person-Kommissionierung – wirtschaftlich bei hoher Artikelzahl und begrenzter Fläche.
AMR
Autonomous Mobile RobotIntralogistik
Die freier navigierende Weiterentwicklung des FTS: AMR kartieren ihre Umgebung selbst (SLAM), weichen Hindernissen dynamisch aus und brauchen keine fest installierte Spurführung. Flexibler bei Layoutänderungen, anspruchsvoller in der Verkehrsregelung bei vielen Fahrzeugen.
Andon
StörmeldesystemAutomatisierung & Robotik
Visualisierung des Linienzustands für alle sichtbar – Signalleuchten, Boards, Eskalationsketten. Aus dem Lean stammend: Probleme sofort sichtbar machen und Hilfe rufen, bevor aus Minuten Stunden werden.
Anlaufkurve
Ramp-upKennzahlen
Geplanter Leistungshochlauf einer neuen Anlage über Wochen bis zur Nennleistung. Realistische Ramp-up-Planung mit Meilensteinen gehört in den Vertrag – ‚ab Tag 1 Vollgas‘ ist eine Planungslüge, die das ganze Projekt diskreditiert.
Anzahlung
Down PaymentKaufmännisches
Erste Rate bei Bestellung (üblich 30 %), finanziert die Materialbeschaffung des Herstellers. Gegen Insolvenzrisiko sichert sich der Käufer über eine Anzahlungsbürgschaft der Hersteller-Bank ab – bei sechsstelligen Anzahlungen Standard.
ATEX
ExplosionsschutzQualität & Sicherheit
EU-Regelwerk für explosionsgefährdete Bereiche – relevant bei Stäuben (Mehl, Zucker, Milchpulver!) und Lösemitteln. Zonen-Einteilung macht der Betreiber, die Gerätekategorie liefert der Hersteller; Puderzucker-Ex-Zonen in Verpackungsräumen werden regelmäßig übersehen.
Ausbringung
OutputKennzahlen
Produzierte Gutmenge pro Zeiteinheit (Stück/min, Paletten/Schicht). Bei Angebotsvergleichen entscheidend: Nennleistung (Prospekt) vs. garantierte Dauerleistung mit realem Produkt – nur letztere gehört in den Vertrag mit Abnahmekriterium.
Ausschleusung
RejectorVerpackungstechnik
Entfernt fehlerhafte Produkte aktiv aus dem Strom – per Pusher, Druckluft oder Klappe. Bei HACCP-Lenkungspunkten muss die Ausschleusung verifiziert sein (Quittierung, verriegelter Auffangbehälter): Erkennen ohne sicheres Ausschleusen ist wertlos.
Ausschreibung
RFQ – Request for QuotationProjekt & CAPEX
Strukturierte Angebotsanfrage an mehrere Lieferanten auf Basis eines Lastenhefts. Eine gute Ausschreibung definiert Leistungsumfang, Schnittstellen, Abnahmekriterien und kaufmännische Bedingungen so, dass Angebote direkt vergleichbar werden – nichts wird vergessen, Äpfel werden mit Äpfeln verglichen.
AVL
Approved Vendor ListProjekt & CAPEX
Liste der freigegebenen Lieferanten eines Unternehmens. Wer nicht auf der AVL steht, darf oft gar nicht erst anbieten. Bei Konzernprojekten ist die Lieferantenqualifizierung (Onboarding, z. B. über Coupa) ein eigener, zeitkritischer Projektschritt.
B
Banderolierer
Verpackungstechnik
Fasst Produkte mit einer Papier- oder Folienbanderole zusammen – die materialärmste Bündelung, zunehmend als Ersatz für Schrumpffolie im Multipack. Banderolenfestigkeit vs. Handlingstabilität ist der Auslegungskompromiss.
Basic / Detail Engineering
Projekt & CAPEX
Zweistufige Planung: Basic Engineering legt Konzept, Layout und Hauptkomponenten fest (Basis für Ausschreibung und Budgetfreigabe), Detail Engineering arbeitet zur Ausführungsreife aus. Wer das Basic überspringt, bezahlt es im Detail doppelt.
Baustellenordnung
Site RegulationsProjekt & CAPEX
Regelt Sicherheit, Zutritt, Arbeitszeiten und Koordination der Fremdfirmen auf der Montagebaustelle – im Brownfield inklusive Regeln fürs Arbeiten neben laufender Produktion (Hygiene-Schleusen, Staubschutz, Feuererlaubnis).
Betriebsanleitung
Qualität & Sicherheit
Pflichtbestandteil jeder Maschinenlieferung in der Sprache des Verwenderlands – Betrieb, Wartung, Restrisiken. Qualität und Vollständigkeit der Dokumentation als Abnahmekriterium definieren: Nachforderungen nach Schlusszahlung laufen ins Leere.
Brownfield / Greenfield
Projekt & CAPEX
Greenfield = Neubau auf der grünen Wiese ohne Altlasten. Brownfield = Projekt im laufenden Bestand mit vorhandenen Anlagen, Schnittstellen und Produktionsdruck. Brownfield-Projekte brauchen mehr Planung für Umbaufenster, Provisorien und Stillstandsminimierung.
Budgetangebot
RichtpreisangebotProjekt & CAPEX
Unverbindliche Preisindikation (±15–30 %) für die Investitionsplanung – schnell zu bekommen, nicht belastbar für Vergabe. Im CAPEX-Prozess wichtig für den Freigabeantrag; die Vergabe braucht dann verbindliche Angebote auf Lastenheftbasis.
C
C&E-Matrix
Cause-and-Effect-MatrixProjekt & CAPEX
Bewertungswerkzeug, das Anforderungen (Ursachen) mit Ergebnissen (Wirkungen) gewichtet verknüpft. Im Angebotsvergleich macht sie Entscheidungen nachvollziehbar und dokumentierbar – statt Bauchgefühl entscheidet eine gewichtete Punktebewertung.
CAPEX
Capital ExpenditureProjekt & CAPEX
Investitionsausgaben für langlebige Anlagegüter – etwa eine neue Verpackungslinie oder einen Palettierer. CAPEX-Projekte werden aktiviert und über Jahre abgeschrieben, im Gegensatz zu laufenden Betriebskosten (OPEX). Typische Projektgrößen in der Verpackungsindustrie: 500.000 € bis 20 Mio. €.
Sammelbegriff für Maschinen, die Einzelprodukte in Umkartons verpacken – Side-Loading (seitliches Einschieben), Top-Loading (Einlegen von oben, meist per Roboter) oder Bottom-Loading. Die Wahl bestimmt Produktschonung, Leistung und Formatflexibilität.
CE-Kennzeichnung
Qualität & Sicherheit
Erklärung des Herstellers, dass die Maschine den einschlägigen EU-Anforderungen entspricht – Voraussetzung für das Inverkehrbringen. Achtung bei Linien: Wer mehrere Maschinen zu einer Gesamtanlage verkettet, wird schnell selbst zum Hersteller der Gesamtheit und muss die Konformität der verketteten Anlage bewerten.
CIP / SIP
Cleaning / Sterilization in PlaceQualität & Sicherheit
Automatische Reinigung (und Sterilisation) der produktführenden Wege ohne Demontage – Standard in flüssiger Lebensmittel- und Pharmaproduktion. CIP-Fähigkeit muss konstruiert sein (Gefälle, Totraumfreiheit, Sprühschatten) – nachrüsten ist fast unmöglich.
Claim Management
NachforderungsmanagementKaufmännisches
Systematische Durchsetzung bzw. Abwehr von Mehrkosten- und Terminansprüchen aus Vertragsabweichungen. Grundlage ist Dokumentation ab Tag 1: Wer Behinderungen nicht anzeigt und belegt, hat später keine Ansprüche – in beide Richtungen.
Cobot
Kollaborativer RoboterAutomatisierung & Robotik
Roboter, der ohne trennenden Schutzzaun mit Menschen arbeiten darf – kraft- und geschwindigkeitsbegrenzt. Gut für Maschinenbeschickung und Palettierung bei kleinen Leistungen. Wichtig: Die Kollaboration muss als Gesamtapplikation (inkl. Greifer und Produkt!) sicherheitsbewertet werden, nicht nur der Roboter.
Condition Monitoring
ZustandsüberwachungAutomatisierung & Robotik
Kontinuierliche Erfassung von Zustandsdaten (Vibration, Temperatur, Stromaufnahme) kritischer Komponenten. Der pragmatische erste Schritt vor Predictive Maintenance – schon einfache Trendüberwachung verhindert die meisten Überraschungsausfälle.
Cp / Cpk
ProzessfähigkeitKennzahlen
Statistische Kennzahlen, wie sicher ein Prozess innerhalb der Toleranz produziert; Cpk berücksichtigt zusätzlich die Zentrierung. Ein Cpk ≥ 1,33 gilt als fähig – Grundlage für Abnahmen von Dosier- und Füllprozessen.
D
DAP
Delivered At PlaceKaufmännisches
Der Verkäufer liefert bis zum benannten Ort und trägt Transportkosten und -risiko; das Abladen und die Einfuhrabgaben liegen beim Käufer. Für Maschinenlieferungen ein üblicher Kompromiss – Abladung und Einbringung ins Gebäude trotzdem explizit regeln!
DataMatrix / GS1-Codes
2D-Code, BarcodeAutomatisierung & Robotik
Maschinenlesbare Codes zur Identifikation: 1D-Barcodes (EAN) für den Handel, 2D-Codes (DataMatrix, QR) für Serialisierung und kleine Flächen. Der GS1 Digital Link vereint Handels- und Verbraucherinformation in einem Code – kommt mit der Ablösung des EAN-Barcodes auf jede Verpackungslinie zu.
Delta-Roboter
Pick-and-Place-RoboterAutomatisierung & Robotik
Leichtbau-Kinematik über dem Produktstrom, extrem schnell bei kleinen Traglasten – der Standard für Top-Loading: Pralinen in Blister, Riegel in Kartons. Meist mit Vision-System zur Lageerkennung kombiniert.
Depalettierer
Verpackungstechnik
Das Gegenstück zum Palettierer am Linienanfang: vereinzelt lagenweise oder stückweise von der Palette – etwa Leerdosen, Gläser oder Kartonzuschnitte – und führt sie der Linie zu.
Digitaler Zwilling
Digital TwinAutomatisierung & Robotik
Virtuelles Abbild einer Maschine oder Linie für Simulation, virtuelle Inbetriebnahme und Optimierung. Nüchtern betrachtet: lohnt bei komplexen Verkettungen und Umbauten im laufenden Betrieb – für eine Einzelmaschine oft Overkill. Ehrliche Nutzenrechnung vor Buzzword-Kauf.
Doypack
StandbodenbeutelVerpackungstechnik
Flexibler Beutel mit Standboden, oft mit Wiederverschluss (Zipper) – das Wachstumsformat im Regal, weil er Vollpappe und Glas zunehmend ersetzt. Herstellung auf speziellen Beutelmaschinen oder aus vorkonfektionierten Beuteln (Premade-Pouch-Anlagen).
Drehtisch
SammeltischVerpackungstechnik
Rotierender Tisch am Linienende oder als Handarbeitsplatz-Puffer – die einfachste Form der Entkopplung zwischen Maschine und manueller Entnahme. Günstig, robust, aber begrenzte Kapazität.
Durchlaufzeit
Lead Time (Produktion)Kennzahlen
Zeit vom Produktionsstart bis zur versandfertigen Ware. Wird von Beständen und Wartezeiten dominiert, nicht von Bearbeitungszeiten – wer Durchlaufzeit halbieren will, muss Bestände angehen, nicht Maschinen beschleunigen.
E
EHEDG
European Hygienic Engineering & Design GroupQualität & Sicherheit
Institution und De-facto-Standard für hygienegerechte Konstruktion mit Zertifizierung von Komponenten. EHEDG-konforme Komponenten (Ventile, Pumpen, Sensoren) sind im Nassbereich der Lebensmittelproduktion die sichere Wahl fürs Lastenheft.
Eigentumsvorbehalt
Kaufmännisches
Die Maschine bleibt bis zur vollständigen Bezahlung Eigentum des Herstellers. Kollidiert praktisch mit Einbau und Inbetriebnahme – Regelungen zu Verbindung/Vermischung und Sicherungsrechten gehören in den Vertrag, nicht in den Streitfall.
Elektrisch angetriebener Niederhubwagen für den horizontalen Palettentransport – Mitgänger- oder Mitfahrgerät. Das Arbeitstier des Shopfloors und oft der erste Kandidat einer Flottenanalyse: Wie viele gibt es wirklich, wie ausgelastet sind sie, was kosten Wartung und Batterien?
Encoder
DrehgeberAutomatisierung & Robotik
Erfasst Position und Geschwindigkeit von Achsen – inkremental oder absolut. Absolutwertgeber kennen ihre Position auch nach Spannungsausfall: kein Referenzfahren, schnellerer Wiederanlauf nach Störungen.
Engpass
Bottleneck, Theory of ConstraintsKennzahlen
Die Station, die den Durchsatz des Gesamtsystems begrenzt. Eherne Regel: Jede Verbesserung abseits des Engpasses ist Illusion – erst den Engpass finden (Stillstandsdaten!), dann gezielt entlasten, dann wandert der Engpass und das Spiel beginnt neu.
Ersatzteilpaket
Spare Parts PackageKaufmännisches
Empfohlene Erstbevorratung kritischer Teile bei Anlagenlieferung. Mit der Anlage verhandelt sind Ersatzteile 20–40 % günstiger als später einzeln – das Paket gegen die Ausfallrisiko-Analyse prüfen, nicht ungesehen kaufen oder streichen.
Eskalation
Projekt & CAPEX
Geordnetes Hochziehen ungelöster Konflikte auf die nächste Entscheidungsebene – mit definierten Stufen und Fristen im Vertrag. Eskalation ist kein Beziehungsbruch, sondern ein Werkzeug: Probleme, die auf Arbeitsebene 4 Wochen kreisen, löst ein Geschäftsführer-Telefonat oft in 10 Minuten.
EtherCAT
Automatisierung & Robotik
Hochperformanter Ethernet-Feldbus (Beckhoff-Welt) mit extrem kurzen Zykluszeiten – verbreitet bei hochdynamischen Verpackungsmaschinen mit vielen Servoachsen. Wie bei PROFINET gilt: Buswelt der Maschine muss zur Instandhaltungskompetenz des Werks passen.
Etikettierer
EtikettiermaschineVerpackungstechnik
Bringt Etiketten auf – selbstklebend, Nassleim oder Rollfed. Präzision, Umstellzeiten und Etikettenkontrolle (richtige Sorte, richtige Position, lesbarer Code) sind die Kernanforderungen.
Euro-Palette / H1
LadungsträgerIntralogistik
Standardisierte Ladungsträger: Euro-Holzpalette (1200×800, Tauschsystem) für den Regelfall, H1-Hygienepalette aus Kunststoff für Lebensmittel-/Pharmabereiche. Ladungsträger-Vielfalt im Werk ist ein stiller Kostentreiber – jede zusätzliche Sorte braucht Handling, Fläche und Verwaltung.
EXW
Ex Works / Ab WerkKaufmännisches
Der Käufer holt die Ware beim Hersteller ab und trägt ab Werkstor alle Kosten und Risiken: Verladung, Transport, Versicherung, Zoll, Abladung. Die für den Verkäufer bequemste, für den Käufer aufwendigste Klausel.
F
Faltschachtel
Verpackungstechnik
Aus Karton gestanzter, verklebter Zuschnitt, der flach angeliefert und auf der Linie aufgerichtet wird. Kartonqualität, Rilllinien und Klimalagerung beeinflussen die Maschinengängigkeit stark – viele ‚Maschinenprobleme‘ sind in Wahrheit Packmittelprobleme.
FAT
Factory Acceptance TestProjekt & CAPEX
Abnahmetest der Maschine beim Hersteller vor der Auslieferung. Hier werden Leistungsdaten, Funktionen und Dokumentation gegen das Pflichtenheft geprüft. Mängel, die im FAT gefunden werden, kosten einen Bruchteil dessen, was sie nach der Installation kosten.
Fernwartung
Remote AccessAutomatisierung & Robotik
Zugriff des Herstellers auf die Maschinensteuerung über gesicherte Verbindung – beschleunigt Störungsbehebung enorm und spart Serviceeinsätze. Aber: Zugriff nur über freigegebene, protokollierte Kanäle (Schlüsselschalter, VPN mit Freigabe durch den Betreiber) – siehe OT-Security.
Fertigpackungsverordnung
FPackVQualität & Sicherheit
Regelt zulässige Füllmengenabweichungen (Mittelwertprinzip, Minusgrenzen) und Kontrollpflichten. Praktisch umgesetzt über eichfähige Kontrollwaagen mit dokumentierter Stichproben- oder 100-%-Kontrolle – die Datenbasis fürs Give-away-Management gibt es gratis dazu.
Flowpack
HFFS – Horizontal Form Fill SealVerpackungstechnik
Horizontale Schlauchbeutelverpackung: Aus einer Folienbahn wird ein Schlauch geformt, das Produkt läuft liegend hinein, Quer- und Längsnähte versiegeln. Standard für Riegel, Backwaren, Kekse – schnell, materialeffizient, gut automatisierbar.
Force Majeure
Höhere GewaltKaufmännisches
Unvorhersehbare, unabwendbare Ereignisse, die von Leistungspflichten befreien können. Seit Pandemie und Lieferkettenkrisen ein aktiv verhandelter Vertragspunkt: Was zählt dazu, wer trägt welche Folgen, wann darf gekündigt werden?
Fördertechnik
StetigfördererIntralogistik
Rollen-, Ketten- und Gurtförderer, die Güter kontinuierlich bewegen – das Bindegewebe jeder Linie. Puffergestaltung entscheidet über die Linien-OEE: Ein richtig dimensionierter Puffer entkoppelt Störungen einzelner Maschinen.
Formatteile
FormatsatzVerpackungstechnik
Produktspezifische Wechselteile einer Maschine – Führungen, Formate, Werkzeuge. Bei der Investition unbedingt klären: Was kostet ein zusätzlicher Formatsatz, und wie lange ist die Lieferzeit? Hier verstecken sich oft fünfstellige Folgekosten.
Formatwechsel
ChangeoverVerpackungstechnik
Umrüsten einer Linie auf ein anderes Produkt- oder Packungsformat. Formatwechselzeiten sind bei wachsender Variantenvielfalt ein entscheidender Wirtschaftlichkeitsfaktor – werkzeuglose Wechsel und Positionsanzeigen (oder automatische Verstellung) zahlen sich schnell aus. Siehe SMED.
FPY
First Pass YieldKennzahlen
Anteil der Einheiten, die den Prozess beim ersten Durchlauf ohne Nacharbeit fehlerfrei durchlaufen. Schärfer als die Qualitätsrate, weil Nacharbeit sichtbar wird – ein ehrlicher Indikator für Prozessbeherrschung.
Frequenzumrichter
FU, VFDAutomatisierung & Robotik
Stellt Drehzahl und Drehmoment von Standardmotoren stufenlos – der Arbeitspferd-Antrieb für Förderbänder und Pumpen. Nebeneffekt: sanftes Anfahren schont Mechanik und Produkt, Energieeinsparung gegenüber Drosselung ist erheblich.
Fahrerlose Fahrzeuge, die Paletten oder Behälter auf definierten Routen transportieren – spurgeführt (Magnet, Induktion) oder navigierend. Klassische Anwendung: Palettentransport zwischen Linienende und Lager. Wirtschaftlich meist ab Mehrschichtbetrieb.
Füllmaschine
Abfüllanlage, FillerVerpackungstechnik
Dosiert flüssige bis pastöse Produkte in Behälter – volumetrisch, gravimetrisch oder per Durchflussmesser. Füllgenauigkeit bestimmt das Give-away, Hygienedesign die Reinigungszeiten; bei sensiblen Produkten aseptisch oder unter Reinraumbedingungen.
G
Gabelstapler
Intralogistik
Flurförderzeug zum Heben, Stapeln und Transportieren – elektrisch, Diesel oder Gas. Kostentreiber: Flottengröße, Leerfahrtenanteil, Schäden, UVV-Prüfungen. Jede Staplerfahrt, die eine Fördertechnik oder ein FTS übernehmen kann, senkt Kosten und Unfallrisiko.
Gebrauchtmaschine
Second-Hand-AnlageKaufmännisches
Wirtschaftliche Alternative bei Standardaufgaben – aber: CE-Status, Dokumentation, Ersatzteilversorgung und Umbaukosten realistisch prüfen. Eine Gebrauchte ohne Doku und mit abgekündigter Steuerung ist kein Schnäppchen, sondern ein Projektrisiko mit Kaufpreis.
Gefährdungsbeurteilung
Qualität & Sicherheit
Betreiberpflicht nach Arbeitsschutzgesetz: Gefährdungen am Arbeitsplatz ermitteln und Maßnahmen ableiten – auch für bestehende Anlagen und nach Umbauten. Nicht mit der herstellerseitigen Risikobeurteilung verwechseln; beide ergänzen sich.
Gemba
Kennzahlen
Japanisch für ‚der Ort des Geschehens‘: Probleme dort analysieren, wo sie entstehen – an der Linie, nicht im Besprechungsraum. Jeder gute Analysetag ist ein Gemba-Tag: beobachten, messen, mit den Bedienern sprechen.
Generalunternehmer vs. Einzelvergabe
GU / LosvergabeProjekt & CAPEX
GU: ein Vertragspartner trägt Schnittstellen- und Terminverantwortung – teurer, aber ein Ansprechpartner. Einzelvergabe: günstiger im Einkauf, aber der Betreiber (oder sein Projektleiter) trägt die Integrationsverantwortung. Die Wahl hängt von interner Kompetenz und Risikoappetit ab.
Gewährleistung vs. Garantie
Kaufmännisches
Gewährleistung ist der gesetzliche Anspruch bei Mängeln, die bei Übergabe vorlagen. Garantie ist eine freiwillige, vertraglich gestaltbare Zusage des Herstellers (z. B. Leistungsgarantie: 'Linie erreicht 95 % Verfügbarkeit'). Leistungsgarantien mit messbaren Kriterien und Konsequenzen sind Verhandlungssache – und Gold wert.
Gewährleistungsbürgschaft
Warranty BondKaufmännisches
Bankbürgschaft, die anstelle eines Sicherheitseinbehalts die Gewährleistungsansprüche absichert – der Hersteller bekommt sein Geld, der Käufer seine Sicherheit. Achtung Herstellerseite: Die Bürgschaft blockiert den Avalrahmen bis zur Rückgabe – Rückgabefristen vertraglich fixieren.
Give-away
ÜberfüllungKennzahlen
Produktmenge über dem deklarierten Füllgewicht – verschenkte Ware. Bei 0,5 g Überfüllung je 100-g-Packung und 50 Mio. Packungen/Jahr sind das 250 Tonnen Produkt. Bessere Dosierung amortisiert sich hier oft schneller als jede Leistungssteigerung.
Glas- und Hartplastikregister
Glass & Brittle PlasticQualität & Sicherheit
IFS-/BRC-Anforderung: Verzeichnis aller Glas- und Hartkunststoffteile in Produktionsnähe mit Bruchkontrolle. Bei Maschinenbeschaffung relevant: Schaugläser, Leuchten und Sensorabdeckungen bruchsicher bzw. splitterschutz-ausgeführt spezifizieren.
GMP
Good Manufacturing PracticeQualität & Sicherheit
Regelwerk für die 'Gute Herstellungspraxis' in Pharma-, Kosmetik- und Lebensmittelproduktion: dokumentierte Prozesse, Qualifizierung von Anlagen, Rückverfolgbarkeit. Für Maschinen bedeutet GMP-Umfeld: höhere Anforderungen an Dokumentation, Materialien und Qualifizierung (IQ/OQ/PQ).
Greifer
EOAT – End of Arm ToolingAutomatisierung & Robotik
Das Werkzeug am Roboterarm – Vakuum, Klemm-, Nadel- oder Formgreifer. Der Greifer entscheidet über Prozesssicherheit und Formatflexibilität mehr als der Roboter selbst; er ist fast immer eine produktspezifische Sonderkonstruktion.
H
HACCP
Hazard Analysis and Critical Control PointsQualität & Sicherheit
Pflichtkonzept der Lebensmittelsicherheit: Gefahrenanalyse mit definierten Lenkungspunkten (CCPs) – etwa Metalldetektion oder Kontrollwaage am Linienende. Maschinen an CCPs brauchen validierte Funktionen und lückenlose Aufzeichnung.
Haubenschrumpfer
SchrumpfhaubenanlageVerpackungstechnik
Zieht eine Folienhaube über die Palette und schrumpft sie – fünfseitiger Schutz inklusive Nässeschutz von oben, ideal für Außenlagerung und Getränke. Energieintensiver als Stretchen, dafür stabiler und witterungsfest.
HMI
Human Machine InterfaceAutomatisierung & Robotik
Die Bedienschnittstelle der Maschine – Touchpanel mit Visualisierung, Meldungen, Rezepturen. Gute HMIs zeigen dem Bediener nicht nur DASS eine Störung vorliegt, sondern wo und wie sie zu beheben ist. Mehrsprachigkeit im Lastenheft nicht vergessen.
Hochregallager
HRLIntralogistik
Palettenlager ab etwa 12 m Höhe, automatisch bedient, oft in Silobauweise (Regal trägt Dach und Wand – steuerlich und baurechtlich eigene Spielregeln). Die Anbindung an die Produktion (Fördertechnik, FTS) entscheidet über den Gesamtnutzen.
Hotmelt
HeißleimVerpackungstechnik
Thermoplastischer Schmelzklebstoff für Kartonagen und Tray-Verklebung. Laufende Kosten (Verbrauch pro Karton!), Fadenzug und Düsenverstopfung sind die Praxisthemen – moderne Auftragssysteme mit Punktauftrag sparen 20–50 % Leim gegenüber Raupenauftrag.
Hubwagen
GabelhubwagenIntralogistik
Handgeführtes Flurförderzeug zum Anheben und Verschieben von Paletten. In vielen Werken unkontrolliert vermehrt – eine Bestandsaufnahme (Anzahl, Zustand, Prüfstatus nach DGUV) ist der einfachste Einstieg in die Shopfloor-Analyse.
Hygienic Design
Qualität & Sicherheit
Konstruktionsprinzipien für reinigungsgerechte Maschinen: keine Toträume, keine horizontalen Flächen, definierte Radien, geeignete Werkstoffe (Edelstahl), Schutzart für Nassreinigung. Im Lebensmittelbereich kein Nice-to-have, sondern Auswahlkriterium – schlechtes Hygienic Design kostet täglich Reinigungszeit.
I
IFS Food
International Featured StandardsQualität & Sicherheit
Zertifizierungsstandard des Handels für Lebensmittelsicherheit und -qualität. Auditrelevant für Maschinen: Hygienic Design, Fremdkörpermanagement, Wartungsdokumentation, Glasregister – neue Anlagen müssen ins bestehende IFS-Konzept passen.
Inbetriebnahme
CommissioningProjekt & CAPEX
Phase zwischen mechanischem Aufbau und Produktionsstart: Funktionsprüfung, Parametrierung, Testläufe, Optimierung. Wird im Projektplan chronisch unterschätzt – realistische Inbetriebnahmezeiten und klare Verantwortlichkeiten gehören ins Lastenheft.
Incoterms
International Commercial TermsKaufmännisches
Standardisierte Lieferklauseln, die regeln, wer Transport, Versicherung, Zoll und Gefahrübergang trägt. Zwei gleich teure Maschinenangebote können sich real um zehntausende Euro unterscheiden, wenn eines EXW und eines DAP kalkuliert ist – Incoterms-Check gehört in jeden Angebotsvergleich.
IO-Link
Automatisierung & Robotik
Punkt-zu-Punkt-Kommunikation zur Sensor-/Aktorebene: Sensoren liefern nicht nur Schaltsignale, sondern Diagnose- und Parametrierdaten. Praktisch: Sensortausch ohne Neueinstellung, weil die Parameter automatisch aufgespielt werden – senkt die MTTR spürbar.
Dreistufige Anlagenqualifizierung im regulierten Umfeld (Pharma, Medizintechnik): IQ prüft die korrekte Installation, OQ die Funktion in allen Betriebszuständen, PQ die Leistung im realen Prozess. Der Qualifizierungsaufwand gehört in Zeitplan und Budget – er ist erheblich.
Kultur der kleinen, stetigen Verbesserungen durch die Mitarbeiter selbst – statt seltener Großwürfe von oben. Funktioniert nur mit schneller Umsetzung der Vorschläge: Nichts tötet KVP zuverlässiger als ein voller Ideenbriefkasten ohne Reaktion.
Kartonaufrichter
Case ErectorVerpackungstechnik
Richtet flach angelieferte Kartonzuschnitte auf und verschließt den Boden mit Klebeband oder Hotmelt. Magazinkapazität und störungsfreier Zuschnittabzug bestimmen die Verfügbarkeit – ein unterschätzter Engpass am Linienende.
Kartonierer
KartoniermaschineVerpackungstechnik
Richtet Faltschachteln auf, befüllt sie (horizontal oder vertikal) und verschließt sie. Kernthemen bei der Auswahl: Formatbereich, Formatwechselzeit, Zuführung der Produkte und Verfügbarkeit.
Kartonverschließer
Case SealerVerpackungstechnik
Verschließt gefüllte Kartons oben (und ggf. unten) mit Klebeband oder Heißleim. Hotmelt ist manipulationssicherer und optisch sauberer, Klebeband flexibler bei wechselnden Formaten – eine klassische TCO-Abwägung.
Kennzeichnung
MHD-Druck, CodingVerpackungstechnik
Aufbringen variabler Daten: Mindesthaltbarkeitsdatum, Charge, Uhrzeit – per Tintenstrahl, Laser oder Thermotransfer. Unleserliche Kennzeichnung ist ein häufiger Reklamations- und Rückrufgrund; Kameraverifikation gehört heute zum Standard.
Kick-off
ProjektauftaktProjekt & CAPEX
Gemeinsamer Start nach Beauftragung: Ziele, Rollen, Kommunikationswege, Terminplan, Eskalationsregeln. Ein guter Kick-off mit allen Gewerken spart später Wochen – hier wird das Projektklima gesetzt.
Knickarmroboter
Sechsachs-RoboterAutomatisierung & Robotik
Der Allrounder mit sechs Achsen und großem Arbeitsraum – palettiert, kommissioniert, handhabt. Auswahlkriterien: Traglast, Reichweite, Taktzeit, Schutzart (Hygiene!) und das Sicherheitskonzept der Zelle.
Kommissionierung
PickingIntralogistik
Zusammenstellen von Aufträgen aus dem Lagerbestand – manuell (Person-zur-Ware), teilautomatisiert (Pick-by-Light, Ware-zur-Person) oder robotergestützt. Mischpaletten-Kommissionierung ist eine der anspruchsvollsten Automatisierungsaufgaben.
Konformitätserklärung
EG-/EU-KonformitätserklärungQualität & Sicherheit
Rechtsverbindliche Erklärung des Herstellers, dass die Maschine allen anwendbaren EU-Vorschriften entspricht – Voraussetzung der CE-Kennzeichnung. Nicht verwechseln mit der Einbauerklärung für unvollständige Maschinen: Die hat keinen CE-Status!
Kontrollwaage
CheckweigherQualität & Sicherheit
Dynamische Waage im Produktstrom: prüft jedes Packstück auf Soll-Gewicht, schleust Abweichler aus und liefert die Daten für die Fertigpackungsverordnung. Gleichzeitig ein wertvoller Prozessdaten-Lieferant (Trend der Füllmengen → Dosierung nachregeln).
Konturenkontrolle
Intralogistik
Lichtschranken- oder Laserportal prüft die Ladeeinheit auf Überstand und Maximalhöhe vor Fördertechnik, FTS-Übergabe oder LKW-Verladung. Verhindert Havarien an Durchfahrten – Standard an jeder automatischen Palettenstrecke.
Kritischer Pfad
Critical PathProjekt & CAPEX
Die längste Kette abhängiger Vorgänge im Terminplan – jeder Tag Verzug dort ist ein Tag Projektverzug. Lange Lieferzeiten (Steuerungskomponenten, Sonderteile) liegen fast immer darauf; früh bestellen ist billiger als spät beschleunigen.
L
Ladungssicherung
PalettensicherungIntralogistik
Stretchwickler, Haubenschrumpfer oder Umreifung sichern die Palette für den Transport. Folienverbrauch pro Palette ist ein messbarer Optimierungshebel – Vorreckung und Wickelprogramme sparen schnell fünfstellige Beträge pro Jahr.
Überwacht konfigurierbare Schutz- und Warnfelder am Boden – Standard bei FTS/AMR und zaunlosen Zellen. Warnfeld verlangsamt, Schutzfeld stoppt; die Feldgeometrie ist Teil der Sicherheitsvalidierung.
Lastenheft
URS – User Requirement SpecificationProjekt & CAPEX
Beschreibt, WAS der Auftraggeber benötigt und WOFÜR: Anforderungen, Leistungsdaten, Rahmenbedingungen. Das Lastenheft ist die Grundlage jeder Ausschreibung – ein unvollständiges Lastenheft führt zu unvergleichbaren Angeboten und teuren Nachträgen.
Layoutplanung
AnlagenlayoutProjekt & CAPEX
Räumliche Anordnung von Maschinen, Fördertechnik, Wegen und Puffern – meist in CAD. Ein gutes Layout minimiert Transportwege, ermöglicht Wartungszugänge und hält Fluchtwege frei. Fehler im Layout sind später die teuersten.
Leasing vs. Kauf
FinanzierungsformKaufmännisches
Leasing schont Liquidität und hält die Bilanz schlank, Kauf ist über die Laufzeit meist günstiger und schafft Eigentum. Die Entscheidung ist steuerlich und bilanziell individuell – Konzept verstehen, Details mit dem Steuerberater rechnen.
Lebensmittelkonformität
EG 1935/2004, FDAQualität & Sicherheit
Materialien mit Produktkontakt dürfen keine unzulässigen Stoffe abgeben – in der EU geregelt über Verordnung (EG) 1935/2004 (plus 10/2011 für Kunststoffe), in den USA über FDA. Konformitätserklärungen für alle produktberührenden Teile gehören zur Maschinendokumentation.
Leergutinspektion
Empty Bottle InspectorVerpackungstechnik
Prüft Mehrwegflaschen vor der Füllung auf Restflüssigkeit, Fremdkörper, Beschädigung und Laugenreste – vollautomatisch mit Kamera- und HF-Technik. Pflichtbaustein jeder Mehrweglinie.
Leistungsgrad
PerformanceKennzahlen
Verhältnis von Ist-Geschwindigkeit zu Nenngeschwindigkeit während der Laufzeit. Verluste: reduzierte Geschwindigkeit, Kurzstillstände, Leerlauf. Zweiter Faktor der OEE – Kurzstillstände unter 5 Minuten werden ohne automatische Datenerfassung fast immer unterschätzt.
Formaler Nachweis der vertraglichen Leistungswerte über definierte Dauer (z. B. 3×8 h bei Nennleistung, Verfügbarkeit ≥ 96 %). Messmethode, Ausschlusszeiten und Konsequenzen bei Nichterreichen (Nachbesserung, Pönale, Minderung) müssen VOR Vertragsschluss definiert sein.
Lessons Learned
Projektabschluss-ReviewProjekt & CAPEX
Strukturierte Auswertung nach Projektende: Was lief gut, was nie wieder, was wird Standard? Die billigste Beratung, die es gibt – vorausgesetzt, die Erkenntnisse landen in Vorlagen und Checklisten fürs nächste Projekt statt im Aktenschrank.
Lichtgitter
SicherheitslichtvorhangAutomatisierung & Robotik
Berührungslose Schutzeinrichtung: Unterbricht eine Person den Lichtvorhang, stoppt die Gefahrbewegung sicher. Ersetzt trennende Schutztüren an Ein-/Auslaufstellen – Auslegung (Auflösung, Sicherheitsabstand) folgt der Risikobeurteilung.
Lieferzeit
Lead Time (Beschaffung)Kaufmännisches
Zeit von Bestellung bis Lieferung – bei Sondermaschinen 6–14 Monate, bei Schlüsselkomponenten volatil. Lange Lieferzeiten früh absichern: Slot-Reservierung per LOI, kritische Komponenten identifizieren, Pönale mit Augenmaß.
Linienintegration
Line ControlAutomatisierung & Robotik
Übergeordnete Koordination aller Maschinen einer Linie: Geschwindigkeitsführung, Puffermanagement, Start-/Stopp-Kaskaden, zentrale Bedienung. Der Integrator trägt die Verantwortung für das Zusammenspiel – bei Einzelvergabe die kritischste Schnittstelle im Projekt.
Auslegungsprinzip verketteter Linien: Die Leitmaschine (meist der Füller) läuft mit Nennleistung, vor- und nachgelagerte Maschinen mit 5–15 % Überkapazität. So laufen Puffer nach Störungen wieder leer und die Leitmaschine steht nie.
LOI
Letter of IntentKaufmännisches
Absichtserklärung vor der eigentlichen Bestellung – sichert dem Hersteller z. B. einen Fertigungsslot, ohne den vollen Vertrag zu schließen. Rechtlich meist unverbindlich in der Hauptsache; was verbindlich sein soll (Kostenübernahme bei Abbruch), muss ausdrücklich geregelt werden.
LOTO
Lockout-TagoutQualität & Sicherheit
Verriegeln und Kennzeichnen aller Energiequellen vor Wartungsarbeiten – jeder Beteiligte hängt sein eigenes Schloss an. Maschinen müssen LOTO-fähig konstruiert sein (abschließbare Trennstellen für Strom, Druckluft, Hydraulik) – ins Lastenheft!
M
Machbarkeitsstudie
Feasibility StudyProjekt & CAPEX
Prüfung vor der Investitionsentscheidung: Ist das Vorhaben technisch machbar, was kostet es realistisch (±30 %), welche Varianten gibt es? Kleine Studie, große Wirkung – sie verhindert, dass Detailplanung in die falsche Richtung läuft.
Austausch der Luft in der Packung gegen ein definiertes Gasgemisch (CO₂, N₂, O₂) zur Haltbarkeitsverlängerung. Restsauerstoffmessung und Siegelnahtdichtheit sind die kritischen Prozesskontrollen – eine undichte Naht macht die beste Atmosphäre wertlos.
Maschinenrichtlinie / Maschinenverordnung
2006/42/EG → (EU) 2023/1230Qualität & Sicherheit
Das zentrale EU-Regelwerk für Maschinensicherheit. Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG wird durch die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst, die ab dem 20. Januar 2027 verpflichtend anzuwenden ist – bei Projekten mit Lieferung ab 2027 jetzt schon im Lastenheft berücksichtigen.
Mehrkopfwaage
KombinationswaageVerpackungstechnik
Dosiersystem mit vielen Wiegeschalen, deren Rechner die Kombination auswählt, die dem Zielgewicht am nächsten kommt. Standard für Snacks, Süßwaren, TK – minimiert Überfüllung (Give-away) bei hoher Leistung.
Meilensteinzahlung
ZahlungsplanProjekt & CAPEX
Zahlung nach Projektfortschritt statt auf einmal – typisch im Maschinenbau: Anzahlung bei Bestellung, Rate bei FAT, Rest nach SAT/Abnahme. Die letzte Rate ist das wichtigste Druckmittel des Auftraggebers für eine saubere Abnahme – und oft die Marge des Herstellers.
Produktionsleitsystem: plant Aufträge ein, erfasst Betriebs- und Maschinendaten, liefert OEE-Auswertungen und Chargenrückverfolgung. Die Anbindung neuer Maschinen ans MES (Schnittstellen!) gehört in jede Ausschreibung.
Metalldetektor / Röntgeninspektion
FremdkörperkontrolleQualität & Sicherheit
Inline-Systeme zur Fremdkörpererkennung: Metalldetektoren finden Metalle, Röntgensysteme zusätzlich Glas, Stein, Knochen und dichte Kunststoffe – und prüfen nebenbei Vollständigkeit. Häufig HACCP-Lenkungspunkt mit validierter Ausschleusung.
Milkrun
Intralogistik
Getaktete Versorgungsrunde nach festem Fahrplan: definierte Haltepunkte, definierte Mengen. Das Prinzip glättet den innerbetrieblichen Verkehr – Voraussetzung ist saubere Bereitstellungslogik an den Stationen.
Mono-Material
Verpackungstechnik
Packstoff aus nur einer Polymerfamilie (z. B. reines PE oder PP) für echte Recyclingfähigkeit. Verarbeitungsherausforderung: engere Temperaturfenster beim Siegeln als bei klassischen Verbunden – bestehende Maschinen brauchen oft angepasste Siegelwerkzeuge und Regelungstechnik.
Montage
InstallationProjekt & CAPEX
Mechanischer und elektrischer Aufbau der Anlage vor Ort. Klärungsbedarf vorab: Einbringwege (passt die Maschine durchs Tor?), Medienanschlüsse, Fundamente, Kran-/Staplergestellung, Entsorgung der Verpackung – jede dieser Selbstverständlichkeiten hat schon Projekte verzögert.
Montageversicherung
Erection All RiskKaufmännisches
Versichert Schäden an der Anlage während Montage und Inbetriebnahme – der Zeit höchsten Risikos. Klären, wer sie stellt (Hersteller oder Betreiber) und ob Bestandsanlagen im Umfeld mitversichert sind.
MTBF
Mean Time Between FailuresKennzahlen
Mittlere Betriebszeit zwischen zwei Ausfällen – Maß für die Zuverlässigkeit einer Anlage. Zusammen mit MTTR bestimmt sie die technische Verfügbarkeit.
MTTR
Mean Time To RepairKennzahlen
Mittlere Reparaturdauer je Ausfall – Maß für Instandhaltbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit. Gute Zugänglichkeit, klare HMI-Diagnose und Ersatzteile vor Ort senken die MTTR oft stärker als jede Zuverlässigkeitssteigerung die MTBF erhöht.
Muting
Automatisierung & Robotik
Kontrolliertes, automatisches Überbrücken einer Schutzeinrichtung, damit Material passieren kann, Personen aber nicht – klassisch an Palettenein- und -ausläufen von Roboterzellen. Fehlerhaft projektiertes Muting ist eine der häufigsten sicherheitstechnischen Schwachstellen bei Abnahmen.
N
Nachtrag
Change Request, Change OrderKaufmännisches
Vertragsänderung nach Beauftragung – geänderter Umfang, geänderte Preise, geänderte Termine. Diszipliniertes Change Management (schriftlich, bepreist, terminbewertet, BEVOR gearbeitet wird) trennt profitable Projekte von Streitfällen.
Not-Halt
Emergency StopAutomatisierung & Robotik
Sicherheitsfunktion, die die Maschine in einen sicheren Zustand bringt. Not-Halt-Kreise, Schutztüren und Sicherheitszonen werden in der Risikobeurteilung festgelegt und nach PL/SIL ausgelegt – nachträgliche Änderungen sind teuer.
Nutzungsgrad
UtilizationKennzahlen
Anteil der Produktionszeit an der Kalenderzeit – die Kennzahl über der OEE. Eine Linie mit 85 % OEE in einer Schicht hat mehr ungenutzte Kapazität als eine 60-%-Linie im Dreischichtbetrieb; für Investitionsentscheidungen beide Ebenen betrachten.
O
Obsoleszenz
AbkündigungKaufmännisches
Komponenten (v. a. Steuerungstechnik) werden vom Hersteller abgekündigt und sind nur noch begrenzt verfügbar. Obsoleszenz-Management heißt: Abkündigungen überwachen, Last-Buy-Entscheidungen treffen, Retrofits planen – bevor der Ausfall die Entscheidung erzwingt.
DIE Kennzahl der Produktionseffizienz: OEE = Verfügbarkeit × Leistungsgrad × Qualitätsrate. Eine OEE von 60 % heißt: 40 % der geplanten Kapazität gehen durch Stillstände, reduzierte Geschwindigkeit und Ausschuss verloren. Wichtig beim Vergleich: Immer klären, wie die Bezugszeit definiert ist – OEE-Werte verschiedener Quellen sind selten direkt vergleichbar.
Offline-Programmierung
OLPAutomatisierung & Robotik
Roboterprogramme entstehen am Rechner im Simulationsmodell statt per Teach-Panel an der laufenden Zelle. Spart Stillstand bei neuen Produkten und Lagenbildern – bei häufigen Formatwechseln ein echtes Verfügbarkeitsargument.
OPC UA
Automatisierung & Robotik
Herstellterübergreifender Kommunikationsstandard für Maschinendaten – die gemeinsame Sprache zwischen Steuerungen, MES und Cloud. Wer heute Maschinen kauft, sollte OPC-UA-Schnittstellen mit definiertem Datenmodell (z. B. PackML) fordern.
OPEX
Operational ExpenditureProjekt & CAPEX
Laufende Betriebsausgaben wie Energie, Wartung, Verschleißteile oder Personal. Bei Investitionsentscheidungen gehören OPEX über die Lebensdauer zwingend in den Vergleich – die günstigste Maschine im Einkauf ist selten die günstigste im Betrieb (siehe TCO).
OT-Security
IEC 62443Automatisierung & Robotik
IT-Sicherheit für Produktionsanlagen: Netzsegmentierung, Zugriffskontrolle, Patch-Konzepte nach IEC 62443. Mit der neuen Maschinenverordnung und NIS2 keine Kür mehr – Anforderungen an Hersteller (Security by Design) und Betreiber gehören ins Lastenheft.
P
PackML
Automatisierung & Robotik
Standardisiertes Zustandsmodell für Verpackungsmaschinen (Running, Holding, Aborted …) mit einheitlichen Datenstrukturen. Macht Maschinen verschiedener Hersteller vergleichbar steuer- und auswertbar – spart bei Linienintegration erheblich Engineering-Aufwand.
Palettenkontrolle
PalettenprüfungIntralogistik
Prüft Paletten vor dem Hochregallager auf Maßhaltigkeit, Kufenbruch und Überstand – automatisch per Sensorik. Eine defekte Palette im HRL kann Regal und Betrieb lahmlegen; die Kontrolle ist Pflicht, nicht Kür.
Palettenplatz
PalettenstellplatzIntralogistik
Definierte Position für eine Palette – in der Palettierzelle (Aufnahmeplatz, Wechselplatz), im Lager oder am Bereitstellplatz. Die Anzahl der Palettenplätze in einer Palettierzelle bestimmt, wie lange die Linie ohne Staplereingriff durchläuft – ein zentrales Ausschreibungskriterium.
Palettenwechsler
Intralogistik
Wechselt die Ladung von einer Palette auf eine andere – etwa von Holz- auf Hygienepalette (H1) am Reinraumeingang oder von Einweg auf Euro. Automatisierte Wechsler ersetzen eine der unbeliebtesten manuellen Tätigkeiten im Lager.
Palettierer
PalettiersystemVerpackungstechnik
Stapelt Kartons, Trays oder Säcke lagenweise auf Paletten – konventionell (Lagenpalettierer) oder als Roboterzelle. Auswahlkriterien: Leistung, Lagenbilder, Anzahl Palettenplätze, Platzbedarf und Sicherheitskonzept. Ein häufig unterschätztes Ausschreibungsthema mit vielen versteckten Kosten.
Die Antwort des Lieferanten auf das Lastenheft: beschreibt, WIE und WOMIT die Anforderungen umgesetzt werden. Das Pflichtenheft wird nach Beauftragung erstellt und vom Auftraggeber freigegeben – es ist die verbindliche technische Vertragsgrundlage.
Klassifizierung der Zuverlässigkeit von Sicherheitsfunktionen (PL a–e nach ISO 13849, SIL 1–3 nach IEC 62061). Der erforderliche Level ergibt sich aus der Risikobeurteilung; die Umsetzung bestimmt Komponentenwahl und Architektur der Sicherheitstechnik.
Poka Yoke
FehlervermeidungKennzahlen
Technische Vorkehrungen, die Fehler unmöglich machen statt sie nur zu finden – das Formatteil passt nur in richtiger Lage, der Stecker nur in die richtige Buchse. Die billigste Qualitätssicherung ist die, die Prüfen überflüssig macht.
Pönale
Vertragsstrafe, KonventionalstrafeKaufmännisches
Vertraglich vereinbarte Zahlung bei Nichterfüllung – typisch bei Terminverzug (x % pro Woche, gedeckelt) oder verfehlter Leistungsgarantie. Wirkt vor allem präventiv: Ein Lieferant mit Pönale im Vertrag priorisiert das Projekt anders.
Portalroboter
Gantry, LinearroboterAutomatisierung & Robotik
Kartesisches Achssystem über dem Arbeitsraum – skalierbar auf große Flächen und hohe Traglasten, z. B. für Lagen-Palettierung oder Kommissionierung. Weniger flexibel als Knickarm, dafür raumeffizient über der Linie.
Wartung nach tatsächlichem Zustand statt festem Intervall – auf Basis von Schwingungs-, Temperatur- und Stromdaten. Ehrlicherweise: Der Einstieg heißt meist Condition Monitoring (Zustand sichtbar machen); echte Ausfallvorhersage braucht Datenhistorie und lohnt zuerst bei teuren, kritischen Aggregaten.
Primärverpackung
Verpackungstechnik
Die Verpackung mit direktem Produktkontakt – Beutel, Flasche, Becher, Blister. Sie schützt das Produkt und unterliegt bei Lebensmitteln und Pharma besonderen Anforderungen (Konformität, Migration, Hygiene).
Probebetrieb
TestlaufProjekt & CAPEX
Definierte Betriebsphase zwischen Inbetriebnahme und Abnahme – mit realem Produkt, realem Personal, dokumentierten Ergebnissen. Umfang, Dauer und Erfolgskriterien vorher vertraglich festlegen, sonst wird der Probebetrieb zur endlosen Grauzone.
PROFINET
Industrial EthernetAutomatisierung & Robotik
Ethernet-basierter Feldbus-Standard (Siemens-Welt) für die Kommunikation zwischen Steuerung, Antrieben und Sensorik – inklusive Sicherheitsprofil PROFIsafe. Die Feldbus-Landschaft der bestehenden Anlagen gehört ins Lastenheft neuer Maschinen: Gateways kosten Geld und Nerven.
Projektleitung auf Zeit
Interim-ProjektleitungProjekt & CAPEX
Externe Projektleitung für die Dauer eines Investitionsprojekts – wenn intern die Kapazität oder Spezialerfahrung fehlt. Der externe Projektleiter vertritt die Interessen des Betreibers gegenüber Lieferanten, von der Ausschreibung bis zur Abnahme.
Puffersystem
Linienpuffer, AkkumulatorVerpackungstechnik
Speicherstrecke zwischen Maschinen, die Kurzstillstände entkoppelt: Läuft der Kartonierer 3 Minuten nicht, produziert die Schlauchbeutelmaschine in den Puffer weiter. Richtig dimensionierte Puffer heben die Linien-OEE oft um 5–10 Punkte – die günstigste ‚Maschine‘ der Linie.
Q
Qualitätsrate
Quality RateKennzahlen
Anteil der Gutproduktion an der Gesamtproduktion. Verluste: Ausschuss, Nacharbeit, Anlaufverluste nach Formatwechseln. Dritter Faktor der OEE.
R
RACI
VerantwortlichkeitsmatrixProjekt & CAPEX
Ordnet jeder Aufgabe die Rollen zu: Responsible (macht), Accountable (verantwortet, genau einer!), Consulted, Informed. Heilt das Projektleiden ‚alle fühlten sich zuständig, keiner war es‘ – besonders zwischen Betreiber, Lieferant und Integrator.
Rahmenvertrag
Kaufmännisches
Übergeordnete Vereinbarung für wiederkehrende Beschaffung – Konditionen, Standards und Prozesse einmal verhandelt, Einzelabrufe schlank. Für Betreiber mit mehreren Werken das Mittel gegen den Wildwuchs unterschiedlicher Maschinenstandards.
Regalbediengerät
RBGIntralogistik
Gassengebundenes Gerät, das Paletten oder Behälter im Hochregallager ein- und auslagert. Bewährte Technik mit hoher Zuverlässigkeit – die Gassenbindung ist zugleich das Redundanzrisiko.
Restpunkteliste
Punch ListProjekt & CAPEX
Liste der bei Abnahme offenen Mängel und Restarbeiten – mit Verantwortlichem, Frist und ggf. Einbehalt. Diszipliniert geführt ist sie das Werkzeug, Projekte wirklich zu Ende zu bringen; undiszipliniert wächst sie zur ewigen Baustelle.
Retrofit
ModernisierungProjekt & CAPEX
Modernisierung einer Bestandsanlage statt Neukauf – neue Steuerung, neue Antriebe, neue Sicherheitstechnik im alten Maschinenbett. Oft die wirtschaftlichere Alternative, wenn die Mechanik solide ist. Achtung: Ein wesentlicher Umbau kann eine neue CE-Kennzeichnung erfordern.
RFID
Automatisierung & Robotik
Funkbasierte Identifikation ohne Sichtkontakt – für Werkzeug-/Formatteilerkennung (richtiges Format montiert?), Behälterverfolgung und Zugangsberechtigungen am HMI. Robuster als optische Codes in schmutziger Umgebung.
Rinser
AusspritzerVerpackungstechnik
Reinigt Behälter unmittelbar vor der Füllung mit Wasser, Luft oder ionisierter Luft. Bei Neuglas/Neu-PET meist Luftrinser – wasserlos spart Aufbereitung und hält die Flasche trocken für die Etikettierung.
Risikobeurteilung
Risk AssessmentQualität & Sicherheit
Systematische Ermittlung und Bewertung aller Gefährdungen einer Maschine über den gesamten Lebenszyklus – die Pflichtgrundlage jeder CE-Kennzeichnung und jeder Sicherheitsauslegung (PL/SIL). Beim Retrofit und bei Verkettungen neu zu betrachten.
Risikoregister
RisikomanagementProjekt & CAPEX
Lebende Liste der Projektrisiken mit Eintrittswahrscheinlichkeit, Auswirkung und Gegenmaßnahme. Kein Bürokratie-Ritual, sondern Frühwarnsystem – monatlich im Projektteam durchgehen, sonst ist es Deko.
ROI
Return on Investment, AmortisationszeitKennzahlen
Verhältnis von Ertrag zu eingesetztem Kapital bzw. Zeit bis zur Rückverdienung der Investition. Bei Automatisierung ehrlich rechnen: alle Effekte (Personal, OEE, Give-away, Qualität, Unfälle) UND alle Kosten (Integration, Schulung, Wartung) – sonst ist der ROI Kosmetik.
Routenzug
Milkrun-ZugIntralogistik
Schlepper mit Anhängern versorgt mehrere Stationen auf fester Route im Takt – bündelt Transporte und ersetzt Einzelfahrten mit dem Stapler. Zunehmend auch fahrerlos als FTS-Routenzug.
Rückverfolgbarkeit
TraceabilityQualität & Sicherheit
Lückenloser Nachweis, welche Rohstoffcharge in welcher Fertigpackung steckt – Pflicht im Lebensmittelrecht, geübt im Rückruf-Szenario. Anlagen müssen Chargentrennung und Datenerfassung unterstützen; die Verpackungslinie ist das letzte Glied der Kette.
Rüstzeit
Setup TimeKennzahlen
Zeit vom letzten Gutteil des alten bis zum ersten Gutteil des neuen Auftrags – inklusive Anlaufverlusten, nicht nur Schrauberei. Ehrlich gemessen ist sie meist doppelt so lang wie gefühlt; siehe SMED.
S
SAT
Site Acceptance TestProjekt & CAPEX
Abnahmetest nach Aufbau beim Betreiber unter realen Produktionsbedingungen – mit echtem Produkt, echtem Personal, echter Umgebung. Der erfolgreiche SAT löst meist die Schlusszahlung aus und startet die Gewährleistungsfrist.
SCADA
Automatisierung & Robotik
Leitsystem-Ebene über den einzelnen Maschinensteuerungen: Visualisierung, Bedienung und Datenerfassung für ganze Linien oder Werke. Bindeglied zwischen Maschinenebene (SPS) und IT-Ebene (MES/ERP).
SCARA-Roboter
Automatisierung & Robotik
Vierachsiger Horizontal-Gelenkarmroboter – schnell und präzise in der Ebene, ideal für Montage- und Handlingaufgaben mit begrenztem Bauraum. Zwischen Delta (Speed) und Sechsachser (Flexibilität) positioniert.
Schlauchbeutelmaschine
VFFS – Vertical Form Fill SealVerpackungstechnik
Vertikale Variante: Folie wird zum Schlauch geformt, das Produkt fällt von oben ein (Schüttgut, Snacks, Pulver, Tiefkühlware). Dosierung meist über Mehrkopfwaage oder Schneckendosierer oberhalb der Maschine.
Schnittstellenliste
Interface ListProjekt & CAPEX
Dokumentiert jede Übergabestelle zwischen Gewerken: mechanisch, elektrisch, steuerungstechnisch, wer liefert was bis wohin. Das unscheinbarste und wichtigste Dokument der Einzelvergabe – Projektstreit entsteht fast immer an ungeklärten Schnittstellen.
Schrumpftunnel
SchrumpfpackerVerpackungstechnik
Umhüllt Gebinde mit Folie und schrumpft sie im Heißlufttunnel zu einer festen Einheit (Sixpack, Tray mit Folie). Energieverbrauch und Folienqualität sind die laufenden Kostentreiber.
Schutzart
IP-KlassifizierungQualität & Sicherheit
Kennziffer für Schutz gegen Fremdkörper und Wasser (z. B. IP65 staubdicht/strahlwassergeschützt, IP69 für Hochdruckreinigung). Die Reinigungsrealität des Werks bestimmt die nötige Schutzart – zu niedrig gewählt bedeutet Elektronikausfälle nach jeder Nassreinigung.
Sekundärverpackung
UmverpackungVerpackungstechnik
Fasst mehrere Primärverpackungen zusammen – der Karton um die Beutel, das Tray um die Flaschen. Sie dient Handling, Präsentation am POS und Schutz beim Transport.
Sequenzierung
Intralogistik
Bereitstellung von Ware in exakt benötigter Reihenfolge – etwa filialgerecht gepackte Paletten nach Ladeplan. Treiber für Automatisierung in der Kommissionierung: Sequenz kostet manuell viel Denk- und Suchzeit.
Serialisierung
Track & TraceVerpackungstechnik
Vergabe einer eindeutigen Seriennummer je Einzelpackung mit lückenloser Rückverfolgung – in der Pharma-Industrie gesetzlich vorgeschrieben, in Lebensmittel- und Markenartikelbereichen zunehmend gegen Fälschung und Graumarkt im Einsatz.
Servoantrieb
ServomotorAutomatisierung & Robotik
Geregelter Antrieb mit Positions-, Geschwindigkeits- und Drehmomentregelung – die Grundlage moderner formatflexibler Maschinen. Servotechnik ersetzt mechanische Kurven und Königswellen: Formatwechsel per Rezept statt per Schraubenschlüssel.
Shelf Ready Packaging
SRP, regalfertige VerpackungVerpackungstechnik
Sekundärverpackung, die ohne Auspacken ins Regal gestellt wird – Deckel abnehmen, fertig. Handelsketten schreiben SRP-Spezifikationen verbindlich vor; wer neu investiert, sollte die SRP-Anforderungen seiner Handelskunden ins Lastenheft übernehmen.
Shuttle-System
Intralogistik
Viele autonome Fahrzeuge bedienen die Regalebenen parallel – höhere Dynamik und Redundanz als ein einzelnes Regalbediengerät je Gasse. Ausfall eines Shuttles bremst, Ausfall eines RBG stoppt die Gasse: ein Verfügbarkeitsargument.
Siegelnaht
SealingVerpackungstechnik
Die thermisch oder per Ultraschall gefügte Verbindung der Packstofflagen. Dichtheit entscheidet über Haltbarkeit und Reklamationen; Parameter sind Temperatur, Druck und Zeit. Produkt in der Siegelnaht (Krümel, Pulver) ist die häufigste Undichtigkeitsursache – Ultraschallsiegeln ist hier toleranter.
Skonto
Kaufmännisches
Preisnachlass bei schneller Zahlung (z. B. 2 % bei Zahlung in 14 Tagen). Bei Maschinenraten relevant: 2 % auf eine 500.000-€-Rate sind 10.000 € – Skonto-Vereinbarungen gehören in die kaufmännische Verhandlung, nicht in die Fußnote.
Sleever
Sleeve-EtikettiererVerpackungstechnik
Zieht einen bedruckten Schrumpfschlauch über Flasche oder Becher und schrumpft ihn im Dampf- oder Heißlufttunnel passgenau auf. Ermöglicht Rundum-Dekoration auch auf komplexen Konturen – Trennbarkeit des Sleeves ist heute ein Recycling-Kriterium.
SMED
Single Minute Exchange of DieKennzahlen
Methode zur radikalen Rüstzeitverkürzung: interne Rüstschritte (Maschine steht) in externe (Maschine läuft) verlagern, dann beide verkürzen. Ziel ist der einstellige Minutenbereich – bei wachsender Variantenvielfalt oft wirtschaftlicher als eine schnellere Maschine.
Das Steuerungs-Gehirn jeder Maschine: verarbeitet Sensorsignale und steuert Aktoren nach programmierter Logik. Marktführer im europäischen Verpackungsumfeld ist Siemens (S7/TIA), daneben Rockwell, B&R, Beckhoff. Die SPS-Plattform gehört ins Lastenheft – Instandhaltung und Ersatzteile hängen daran.
Stakeholder
ProjektbeteiligteProjekt & CAPEX
Alle, die das Projekt beeinflussen oder von ihm betroffen sind – Produktion, Instandhaltung, QS, Einkauf, Betriebsrat, Behörden. Wer die Instandhaltung erst zur Abnahme einbindet, bekommt ihre Einwände zur Abnahme; früh einbinden ist billiger.
Staplerleitsystem
SLSIntralogistik
Software, die Transportaufträge optimal auf Staplerflotte und Fahrer verteilt – mit Ortung und Wegeoptimierung. Oft die wirtschaftliche Vorstufe zur FTS-Automatisierung: erst Transparenz und Ordnung, dann Automatisierung des bereinigten Prozesses.
Stillstandsanalyse
Downtime-AnalyseKennzahlen
Systematische Erfassung und Klassifizierung aller Stillstände nach Dauer, Häufigkeit und Ursache. Die Pareto-Auswertung (welche 20 % der Ursachen kosten 80 % der Zeit?) ist Kern jedes Analysetags – ohne Daten keine wirksamen Maßnahmen.
Streckblasmaschine
Stretch Blow MoulderVerpackungstechnik
Formt PET-Flaschen aus beheizten Preforms durch Recken und Blasen – oft direkt vor dem Füller als Blas-Füll-Block. Spart Transport und Handling von Leerflaschen; Preform-Logistik ersetzt Flaschenlogistik.
Stretchwickler
PalettenwicklerVerpackungstechnik
Wickelt Dehnfolie um die Palette – als Drehteller-, Dreharm- oder Ringwickler (nach Leistung gestaffelt). Der größte Sparhebel ist die Vorreckung: 250–300 % Vorreckung halbieren den Folienverbrauch gegenüber Handwicklung.
T
Taktzeit
ZykluszeitKennzahlen
Zeit zwischen zwei fertigen Einheiten – der Kehrwert der Leistung (60 Takte/min = 1 s Taktzeit). Die langsamste Station bestimmt den Linientakt: Engpassanalyse heißt, diese Station zu finden und zu entlasten.
TCO
Total Cost of OwnershipKennzahlen
Gesamtkosten über die Lebensdauer: Anschaffung + Energie + Wartung + Ersatzteile + Formatteile + Bedienpersonal + Entsorgung. Der ehrliche Vergleichsmaßstab für Investitionsentscheidungen – der niedrigste Angebotspreis gewinnt beim TCO erstaunlich selten.
Terminplan
Gantt, BalkenplanProjekt & CAPEX
Zeitliche Struktur des Projekts mit Abhängigkeiten und Meilensteinen. Entscheidend ist der kritische Pfad: die Kette von Vorgängen, deren Verzug direkt das Ende verschiebt – dort gehören Puffer und Management-Aufmerksamkeit hin.
Tertiärverpackung
TransportverpackungVerpackungstechnik
Die Versandeinheit für Lager und Transport – typischerweise die palettierte, gesicherte Ladeeinheit (Palette + Stretchfolie oder Schrumpfhaube).
Thermoformer
TiefziehmaschineVerpackungstechnik
Formt Verpackungsmulden direkt aus einer Folienbahn, befüllt und versiegelt sie in einer Linie – typisch für Wurst, Käse, Medizinprodukte. Hohe Ausbringung, aber formatgebunden über Werkzeuge.
TPM
Total Productive MaintenanceKennzahlen
Instandhaltungsphilosophie, die Bediener in Grundwartung einbindet (autonome Instandhaltung) und Verluste systematisch eliminiert. Kerngedanke: Wer die Maschine täglich fährt, erkennt Anbahnungen von Störungen zuerst.
Tray
SteigeVerpackungstechnik
Flache Kartonschale als Sammelverpackung, offen oder mit Folie überschrumpft (Tray-Shrink). Regalfertige Varianten (Shelf Ready Packaging) mit Perforation sind Handelsanforderung – die Perforationsqualität entscheidet über das Handling im Markt.
Traysealer
SchalenversieglerVerpackungstechnik
Versiegelt vorgefertigte Schalen mit einer Oberfolie – Standard bei Frischeprodukten, oft mit Schutzatmosphäre (MAP) zur Verlängerung der Haltbarkeit. Werkzeugwechsel und Folienführung bestimmen die Flexibilität.
U
Umreifung
StrappingVerpackungstechnik
Sichert Kartons, Bündel oder Paletten mit Kunststoff- oder Stahlband. Bei Paletten oft in Kombination mit Kantenschutz; Bandspannung und Verschlussqualität (Reibschweiß) sind die Prozessparameter.
Unvollständige Maschine
Partly Completed MachineryQualität & Sicherheit
Maschine, die erst durch Einbau in eine Gesamtheit ihre Funktion erfüllt (z. B. Roboter ohne Applikation) – geliefert mit Einbauerklärung statt Konformitätserklärung. Wer sie integriert, übernimmt die Konformitätsverantwortung für das Ganze. Ein Klassiker unter den unterschätzten Projektpflichten.
UVV-Prüfung
DGUV-Prüfung FlurförderzeugeQualität & Sicherheit
Jährliche Pflichtprüfung von Gabelstaplern und Hubwagen durch befähigte Personen (DGUV Vorschrift 68). In der Shopfloor-Analyse ein schneller Indikator: fehlende Prüfplaketten deuten auf unbewirtschaftete Flotten – und Haftungsrisiken.
V
Verbundfolie
LaminatVerpackungstechnik
Mehrschichtiger Packstoff, der Eigenschaften kombiniert – z. B. Siegelfähigkeit (PE), Barriere (EVOH, Alu) und Bedruckbarkeit (PET). Der Trend geht regulatorisch getrieben zu recyclingfähigen Mono-Materialien, was Maschinen vor neue Verarbeitungsfenster stellt.
Vereinzelung
ProduktzuführungVerpackungstechnik
Bringt chaotisch ankommende Produkte in definierten Abstand und Ausrichtung für den Maschineneinlauf – über Bandgassen, Schnecken, Sterne oder Robotik mit Vision. Die Zuführung ist bei vielen Linien der wahre Engpass, nicht die Maschine selbst.
Verfügbarkeit
AvailabilityKennzahlen
Anteil der tatsächlichen Laufzeit an der geplanten Produktionszeit. Verluste: Störungen, Rüsten, Warten auf Material oder Personal. Erster Faktor der OEE – und meist der mit dem größten Hebel.
Verpackungstechnik
Packaging TechnologyVerpackungstechnik
Sammelbegriff für Maschinen, Materialien und Prozesse, die ein Produkt vom Füllgut zur versandfähigen Ladeeinheit machen – von der Primärverpackung über Kartonierer und Etikettierer bis zur Palettierung. In Investitionsprojekten entscheidet selten die einzelne Maschine, sondern die Verkettung: Formatwechselzeiten, Pufferauslegung und Schnittstellen bestimmen die Linienleistung, nicht der Prospektwert der schnellsten Station.
Verschließer
CapperVerpackungstechnik
Bringt Schraub-, Press- oder Korkverschlüsse auf Behälter auf. Drehmomentkontrolle ist entscheidend: zu locker undicht, zu fest öffnet der Kunde nicht mehr – Inline-Drehmomentprüfung gehört zur Qualitätssicherung.
Virtuelle Inbetriebnahme
VIBNAutomatisierung & Robotik
Test der realen SPS-Software gegen ein Simulationsmodell der Anlage – vor der Montage. Findet Logikfehler, bevor sie auf der Baustelle Zeit kosten; bei engen Umbaufenstern im Brownfield oft der entscheidende Zeitpuffer.
Kamerasysteme zur Lageerkennung (Robot Guidance), Vollständigkeits- und Qualitätskontrolle oder Codelesung. Beleuchtung und Produktvarianz entscheiden über die Zuverlässigkeit – ein Vision-System ohne Musterteile-Test kaufen heißt Risiko kaufen.
W
Wartungsvertrag
Service Level AgreementKaufmännisches
Vereinbarte Serviceleistungen mit definierten Reaktionszeiten, Verfügbarkeiten und Preisen. Kernfragen: Reaktionszeit vor Ort vs. Remote, Ersatzteilverfügbarkeit, Preisgleitung – und was passiert bei Nichteinhaltung?
Wegeanalyse
Spaghetti-DiagrammIntralogistik
Visualisierung aller Transport- und Laufwege im Layout über einen Zeitraum. Deckt Umwege, Kreuzungen und unnötige Fahrten schonungslos auf – die Grundlage jeder Intralogistik-Optimierung und jeder FTS-Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Wellpappe
Verpackungstechnik
Karton aus gewellter Zwischenlage zwischen Deckenbahnen (ein- bis mehrwellig) – der Standard für Transportverpackungen. Qualitätskennwerte wie Kantenstauchwiderstand (ECT) und Berstfestigkeit gehören in die Packmittelspezifikation, denn Palettenstabilität beginnt beim Karton.
Werksvertrag vs. Dienstvertrag
Projekt & CAPEX
Werkvertrag schuldet den Erfolg (Abnahme, Gewährleistung), Dienstvertrag das Tätigwerden (Vergütung nach Aufwand). Bei externer Projektunterstützung entscheidend für Haftung, Weisungsrecht und Scheinselbstständigkeits-Risiko – die Vertragsform muss zur gelebten Praxis passen. Konzept hier, Ausgestaltung beim Anwalt.
Wertstromanalyse
Value Stream MappingKennzahlen
Visualisiert Material- und Informationsfluss vom Wareneingang bis zum Versand – inklusive Beständen, Wartezeiten und Prozesszeiten. Deckt auf, dass Produkte oft 95 % ihrer Durchlaufzeit liegen statt laufen; Grundlage für Layout- und Automatisierungsentscheidungen.
WMS
Warehouse Management SystemIntralogistik
Lagerverwaltungssoftware: Bestände, Plätze, Kommissionieraufträge, Strategien (FIFO/FEFO). Bei Automatisierungsprojekten die führende Instanz über Materialfluss – die Schnittstelle WMS ↔ Anlagensteuerung gehört zu den meistunterschätzten Projektrisiken.
Wrap-Around-Packer
Verpackungstechnik
Formt den Karton direkt um die gruppierten Produkte statt sie in einen fertigen Karton einzuschieben. Materialsparend und produktschonend, aber formatempfindlicher – der Zuschnitt muss exakt zur Produktgruppe passen.
Z
Zahlungsziel
Payment TermsKaufmännisches
Frist zwischen Rechnung und Fälligkeit. In Kombination mit Meilensteinplan und Skonto ein echtes Liquiditätsinstrument für beide Seiten – und ein häufig verschenkter Verhandlungspunkt neben dem reinen Preis.
Zustimmtaster
Enabling SwitchAutomatisierung & Robotik
Dreistufiger Taster für den Einrichtbetrieb: Nur in Mittelstellung sind Bewegungen bei geöffneter Schutztür möglich – Loslassen oder Durchdrücken (Panik) stoppt. Ermöglicht sicheres Teachen und Einrichten in der Zelle.
Kein Treffer für „“. Der Begriff fehlt noch? Schlag ihn uns vor – wir ergänzen laufend.
Begriff geklärt – Problem noch nicht? Wenn hinter Ihrer Frage ein Projekt steckt: 15 Minuten reichen für eine erste ehrliche Einschätzung.